Aufbau der Interpretation epischer Texte

Noch einmal zur Wiederholung vorab:

Epische Texte sind erzählende Texte, d. h. sie sind fiktiv und werden von einer Erzählinstanz vermittelt. Daraus ergibt sich die Kenntnis und Nutzung bestimmter Fachbegriffe und in gewisser Weise auch die Gliederung für die schriftliche Ausarbeitung der Interpretation.


 

Aufbau der schriftlichen Interpretation epischer Texte

    1. Einleitung
      (Autor, Titel, Textart, Erscheinungsort/-jahr, Thema)
    2. kurze Inhaltsangabe;
      bzw. bei einem bekannten Text: kontextuelle Einordnung, d. h.

      • Was geschieht vorab? Wie kommt es zu dem Geschehen in dem Textauszug?
      • Was geschieht in dem Textauszug?
      • Was ist das Resultat der Geschehnisse ? Was passiert im Anschluss?
        für beides gilt: Präsens, keine Textbelege
    3. Erzähltheoretische Analyse
      Von der Erzählfigur bis zur Zeitgestaltung in epischen Texten: grundlegende erzähltechnische Auffälligkeiten benennen UND in ihrer Wirkung untersuchen, hier müssen die Fachtermini zur Analyse fiktionaler Erzähltexte beherrscht werden!
      (Ab hier unbedingt mit Textbelegen arbeiten!)
    4. Allgemeine Hinweise, die für den gesamten Textauszug gelten
      z. B. Raumdeutung oder Darstellung der Kommunikationssituation
      (komplementäre/symmetrische Kommunikation)
    5. Chronologische Interpretation des Textauszuges
      wichtig:

      • Inhalt mit Textbelegen nennen (Präsens und Konjunktiv!) und
      • den Inhalt deuten und 
      • eventuell auf besondere sprachliche Auffälligkeiten hinweisen und 
      • diese ebenfalls deuten

        Hier können z. B. Aussagen zur Figurencharakterisierung, zu literarischen Motiven, zum differenzierten Kommunikationsverhalten, zu Epochenzuordnungen o. Ä. getroffen werden. Bitte auf die Aufgabenstellung achten, es kann ein Schwerpunkt vorgegeben sein.
    6. Schluss

Weitere Infos sowie eine Beispielaufgabe finden sich hier.


Benötigte Fachbegriffe

Erzählform, Erzählverhalten, Erzählhaltung, Erzählperspektive, Standort der Erzählfigur, Darbietungsweise der Erzählung, Zeitgestaltung;
Figurenkonzeption: offen/geschlossen – statisch/dynamisch, eindimensional/komplex;
rhetorisch-stilistische Figuren;
hilfreich ist außerdem die Kenntnis und Nutzung sprachlicher Verknüpfungen

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